Der Nordkurier, 02.09.2003


Rechtsradikale umzingeln Betrachter

 "Bunt statt braun" eröffnet neue Ausstellung. Anklam (as). "Nö, ich bin nicht rechts. Aber ein bisschen national. Was wollen die Ausländer denn alle hier? Zum Beispiel die Fidschis? Die sind ja einfach dumm. Neulich schlagen wir mit dem Basi auf ’nen Fidschi ein, der blutet wie Sau und grinst uns an. Liegt am Boden, ist blutüberströmt und grinst auch noch".

Der das so freimütig erzählt, heißt Marcus und ist ein 18-jähriger arbeitsloser Maurer aus Berlin. Die bekannte Fotografin und Regisseurin Bettina Flitner hat überlebensgroße Bilder und kurze Statements von ihm und 14 anderen Rechtsradikalen unter dem Namen "Ich bin stolz, ein Rechter zu sein" zusammengefasst. Das Anklamer Bündnis "Bunt statt braun" holte die Exposition nach Anklam und zeigt sie seit dem gestrigen Weltfriedenstag öffentlich im Theater der Stadt.

"Das Ensemble ist in seinen einzelnen Teilen sehr unterschiedlich, teilweise abstrus und krude, es macht wütend über die Dummheit und betroffen angesichts der Verachtung, die aus den Aussagen dieser jungen Menschen spricht. Die Umzingelung, in der sich der Betrachter wiederfindet, löst ein beklommenes Gefühl aus", sagte Piet Oltmanns von Bündnis "Bunt statt braun" bei der Eröffnung. Anders als in der Wirklichkeit könne man sich aber einfach umdrehen und wieder gehen. "Wir haben die Ausstellung nach Anklam geholt, um einen Denkanstoß genau über diesen Effekt des Wegdrehens und Nicht-Hinsehens zu liefern", so Oltmanns.

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