FAZ.net 2.11. 2002


Bettina Flitner hält den ganz normalen Rechtsradikalismus fest

Bettina Flitner in der Galerie von Loeper, Hamburg.

Ihre Installation auf der ART Cologne besteht aus 15 lebensgroßen Fotografien bekennend rechtsradikaler Jugendlicher. Sie alle behaupten: Ich bin stolz, ein Rechter zu sein.

Bettina Flitner arbeitet mit Bild und Text, als ob sie sich von ihrer Zeit als Dokumentarfilmerin doch nicht ganz verabschiedet hat. So begleiten auch in dieser neuen Serie Texte die Bilder. Die Modelle für ihre Aufnahmen fand Flitner auf Berliner Vorortstrassen. Es sind schließlich mehr Männer als Frauen zusammen gekommen, aber alle könnten die Jungs von nebenan sein. Nicht die Heroisierung, aber auch nicht die Darstellung des Bösen stehen in diesem Bildern im Vordergrund, sondern das Hervorheben des Normalen, des rechtsradikalen Potenzials, das längst zum deutschen Alltag gehört. Der Fotohistoriker Klaus Honnef: Bettina Flitner ist den Widersprüchen des menschlichen Daseins auf der Spur.

###PAGEBROWSER###