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Mein Feind Installation auf der Schildergasse Köln 1992

Der erste Teil der Trilogie, MEIN FEIND in Köln, löste wochenlange Diskussionen bei Menschen und Medien aus. Haben Sie einen Feind, und wenn ja, was würden Sie mit ihm tun, wenn Sie es ohne Strafe tun dürften? Diese Frage hatte Bettina Flitner auf den Straßen von Köln und Berlin zufälligen Passantinnen gestellt. Für ihre Antwort stand den Frauen ein Arsenal an Spielzeugwaffen zur Verfügung, zu dem sie greifen oder das sie liegenlassen konnten. Heraus kamen 12 Fotosporträts und 12 überraschende Geständnisse. Fast alle Frauen hatten einen „Feind“, fast alle träumten vom Töten.

Im September 1992 stellte Flitner die Fotografien mit den Zitaten erstmals auf der belebten Kölner Schildergasse aus. Die 12 überlebensgroßen Fotoskulpturen führten von der Strasse bis in die Antoniterkirche hinein. Das letzte Bild hing über dem Altar. Die Reaktionen der Menschen und Medien war heftig.

”Bild” titelte mit ”Skandal!“. Wegen ”Aufruf zur Gewalt“ wurde ein Verbot der Ausstellung gefordert. In der Tat schritt der Staatsanwalt ein und ermittelte wegen ”Volksverhetzung” und ”Beleidigung”. Die Ausstellung war mehrere Tage von der Straße verbannt, wurde jedoch dann wieder freigegeben.

Die spontanen und leidenschaftlich kontroversen Reaktionen auf die ”Rächerinnen“ hat Bettina Flitner zusammen mit der Kamerafrau Christel Fomm dokumentiert. Zwei Wochen lang beobachtete und befragte sie Frauen und Männer, was sie so erschüttert oder empört an diesen Bildern. Der 30-minütige Film wurde auf zahlreichen internationalen Festivals, unter anderem auf der Berlinale, gezeigt und wurde mit zahlreichen internationalen Filmpreisen ausgezeichnet.

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